Rettungspunkte
Bei Ihrer Wanderung auf dem Paderborner Höhenweg werden auf insgesamt 19 Rettungspunkte stoßen, die Sie an einem roten Schild mit der Aufschrift „Notruf 112“ erkennen (siehe Foto).
Jeder Rettungspunkt hat eine eindeutige Kennung. Beispiel: Rettungspunkt PAD2-17 und eine Standortangabe.
Im Notfall wählen Sie die Rufnummer 112 und geben die Kennung des Rettungspunkts an die Notrufleitstelle durch.
Große Brichkuhle
Die Große Brichkuhle und der etwa 150 Meter südlich davon liegende Weringer Pohl, sind – wie der Erdfall im Hanstein – typische „Dolinen“, wie sie in Regionen mit Kalkuntergrund vorkommen.
Mit einem Durchmesser von über 35 Metern und einer maximalen Tiefe von 25 Metern ist die Große Brichkuhle der bei weitem größte Erdfall der Region.
Der Weringer Pohl ist eine sogenannte „Nassdoline“. Dieser nur etwa 6 Meter tiefe Erdfall ist fast ständig mit Wasser gefüllt, weil wasserstauender Lehm in den Erdfall eingeschwemmt wurde.
Beide Dolinen sind als Naturdenkmale geschützt.
Kontakt und Mängelmeldung
Ansprechpartner für Informationen zum Paderborner Höhenweg sowie für die Meldung von Fehlern und Mängeln ist die Tourist Information Paderborn, Karl Heinz Schäfer, Tel. 05251 882980, tourist-info@paderborn.de.
Urkunde und Pin
Wanderer, die den gut 20 Kilometer langen Weg komplett erwandert haben, können sich ab sofort ihren Erfolg mit einer offiziellen Urkunde und einem exklusiven Ansteck-Pin bescheinigen lassen. Den dazu notwendigen Wertungsbogen gibt es auf der Internetseite des Paderborner Höhenwegs und in der Tourist Information am Marienplatz und zum Herunterladen. Unterwegs heißt es dann, die Augen offen zu halten, um keines der acht Wertungsschilder zu übersehen. Deren Ziffern müssen auf dem Teilnahmebogen eingetragen werden. Wird der komplett und richtig ausgefüllte Bogen bei der Tourist Information eingereicht, gibt es zur Dokumentation des Erfolgs die Urkunde und den exklusiven Höhenweg-Pin, der ansonsten weder verschenkt, noch verkauft wird.
Gut Redingerhof
Bereits um 800 siedelten Bauern an der Stelle des heutigen Redingerhofs. Der Name Redinghusen wurde 1271 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bis zur Auflösung des Fürstbistums Anfang gehörte Redinghusen dem Paderborner Bischof. 1816 erwarb Franz Ignaz den Hof. Nach einem Brand baute dessen Enkel 1911 das heutige Gutshaus. Der Turm aus dem 12. Jahrhundert, früher von einem Wassergraben umgeben, diente als Speicher und Wohnstätte in Belagerungszeiten. Heute laden ein Café-Restaurant und ein gemütlicher Biergarten unter alten Bäumen zum Einkehren ein.
Vom Gut Redingerhof ist eine etwa 1,2 km lange Zuwegung zum Paderborner Höhenweg beschildert.
Mausoleum der Familie Uhden
Da den protestantischen Uhdens die Bestattung ihrer Toten auf dem katholischen Friedhof in Neuenbeken verwehrt wurde, ließ Simon August Uhden in den Jahren 1842 bis 1846 ein Mausoleum für sich und seine Familie in unmittelbarer Nähe zu seiner Glashütte erbauen.
Das aus Kalkbruchsteinen errichtete Gebäude besitzt einen Grundriss von 4,30 x 6,75 Metern, eine Gewölbehöhe von 2,75 Metern und eine Wandstärke von 1,45 Metern. Es war in seinem ursprünglich zweigeschossigen Originalzustand bis in die 1930er-Jahre erhalten. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das obere Geschoss, in dem sich ein Trauerraum befand, abgetragen. Den Totenraum mauerte man bereits 1911 zu, nachdem die Eingangstür eingeschlagen und ein Sarg geöffnet worden war. Die Mauer bot allerdings nicht ausreichend Schutz davor, sodass sich Unbekannte – vermutlich auf der (erfolglosen) Suche nach Grabbeigaben – 1949 gewaltsam Zutritt zum Totenraum verschafften.
1981 wurde das Mausoleum vom Heimatverein Neuenbeken gesichert und mit seinem heutigen Dach versehen. Im Mausoleum sind acht Tote beigesetzt, darunter auch Gründer Simon August Uhden (gest. 14.12.1869).
Buche mit den zwei Beinen
Bei der „Buche mit den zwei Beinen“ handelt es sich um eine bemerkenswerte, recht ungewöhnliche Spielart der Natur. Der Baum wächst mit vormals zwei eigenständigen Stämmen mit jeweils eigenen Wurzelstöcken aus dem Boden. In rund drei Meter Höhe sind beide Stämme zu einem einzigen zusammengewachsen.
Bei Baumarten mit dünner Rinde wie der Buche kommen Zweigverwachsungen im Kronenbereich häufiger vor. Weitaus seltener hingegen sind derartige Verwachsungen im Stammbereich wie hier bei der „Buche mit den zwei Beinen“. Forstbiologen erklären die Entstehung dadurch, dass durch das Aneinanderreiben von Zweigen, Ästen oder Stämmen Wachstumszellen unter der Borke freigelegt werden, die relativ schnell – vermutlich in ein bis zwei Vegetationszeiten – miteinander verwachsen.
Hier wurden vermutlich in einem dichten Buchenjungwuchs zwei Exemplare in drei bis vier Metern Höhe durch „drängelnde“ Nachbarbäume aneinander gedrückt, haben sich im Wind gerieben und dann beschlossen, als ein Exemplar den Stürmen des Baumlebens zu trotzen.
Aussichtsplattform Parnacken
Von dieser im Jahr 2014 auf dem Parnacken errichteten Aussichtsplattform bietet sich ein großartiger Blick auf den 230 Meter langen Kleinen Viadukt, der das Dunetal überspannt, und auf das Beketal zwischen Neuenbeken und Altenbeken, das zu den schönsten Bachtälern des Paderborner Landes gehört. Das liebliche Tal wird von der rund 17 km langen Beke (niederdeutsch für „Bach“) durchflossen, die auch für die beiden Ortschaften Neuenbeken und Altenbeken namensgebend war. Die Täler der unteren Hochfläche sind im Gegensatz zur rauen oberen Hochfläche im Süden reich an Obstbäumen, die im Frühjahr einen schönen Blütensaum um die Dörfer bilden.
Steinbruch im Hanstein
Geologische Aufschlüsse – also Stellen, an denen das im Untergrund befindliche Gestein deutlich sichtbar ist – wie dieser hier am Hanstein im Beketal, die häufig durch ehemalige Steinbrüche entstanden, sind an zahlreichen Stellen im Bereich der Paderborner Hochfläche zu finden. Der im Untergrund der Paderborner Hochfläche liegende Kalkstein diente jahrhundertelang als Baumaterial für Kirchen, Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen. Die romanische Pfarrkirche in Neuenbeken sowie einige weitere Gebäude im Ort sind aus dem heimischen Kalkstein erbaut.
Darüber hinaus wurde er – im Fischgrätenmuster verlegt – als Pflasterstein für Gehwege und in Bauernhäusern als „Bodenbelag“ auf Deelen verwendet. Da der Kalkstein relativ anfällig für Verwitterungseinflüsse ist – insbesondere wenn Streusalz hinzukommt – existieren heutzutage leider nur noch vereinzelt Reste dieses sogenannten „Tudorfer Pflasters“ im Außenbereich. Bestaunen kann man es hingegen im Kreuzgang des Paderborner Doms, wo die Steine keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt und daher besonders gut erhalten sind.
An den Wänden des Steinbruchs ist deutlich zu erkennen, dass das im Untergrund der Paderborner Hochfläche liegende Gestein aus verschiedenen Schichten besteht. Es handelt sich um Ablagerungen von abgestorbenen Meerestieren, von Muscheln und Seeigeln, die vor rund 130 Millionen Jahren in der Oberen Kreidezeit (Turon) hier in einem Meer lebten.
Neben den waagerechten Bankungsfugen werden die Kalkbänke von senkrechten Klüften durchzogen. Solche Klüfte sind die Ursache für das Versickern der Bäche, die aus dem Sauerland und dem Eggegebirge in die Hochfläche einfließen. Nur einige hundert Meter von hier verliert die Beke in den Spalten des felsigen Bachbetts ihr Wasser.
