Steinbruch im Hanstein

Geologische Aufschlüsse – also Stellen, an denen das im Untergrund befindliche Gestein deutlich sichtbar ist – wie dieser hier am Hanstein im Beketal, die häufig durch ehemalige Steinbrüche entstanden, sind an zahlreichen Stellen im Bereich der Paderborner Hochfläche zu finden. Der im Untergrund der Paderborner Hochfläche liegende Kalkstein diente jahrhundertelang als Baumaterial für Kirchen, Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen. Die romanische Pfarrkirche in Neuenbeken sowie einige weitere Gebäude im Ort sind aus dem heimischen Kalkstein erbaut.

Darüber hinaus wurde er – im Fischgrätenmuster verlegt – als Pflasterstein für Gehwege und in Bauernhäusern als „Bodenbelag“ auf Deelen verwendet. Da der Kalkstein relativ anfällig für Verwitterungseinflüsse ist – insbesondere wenn Streusalz hinzukommt – existieren heutzutage leider nur noch vereinzelt Reste dieses sogenannten „Tudorfer Pflasters“ im Außenbereich. Bestaunen kann man es hingegen im Kreuzgang des Paderborner Doms, wo die Steine keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt und daher besonders gut erhalten sind.

An den Wänden des Steinbruchs ist deutlich zu erkennen, dass das im Untergrund der Paderborner Hochfläche liegende Gestein aus verschiedenen Schichten besteht. Es handelt sich um Ablagerungen von abgestorbenen Meerestieren, von Muscheln und Seeigeln, die vor rund 130 Millionen Jahren in der Oberen Kreidezeit (Turon) hier in einem Meer lebten.

Neben den waagerechten Bankungsfugen werden die Kalkbänke von senkrechten Klüften durchzogen. Solche Klüfte sind die Ursache für das Versickern der Bäche, die aus dem Sauerland und dem Eggegebirge in die Hochfläche einfließen. Nur einige hundert Meter von hier verliert die Beke in den Spalten des felsigen Bachbetts ihr Wasser.

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