Der Erdfall im Hanstein war ursprünglich ein trichterförmiger Schacht von etwa zwei Metern Durchmesser. Er wurde jahrzehntelang als „Fillerkuhle“ benutzt, in die eingegangenes Vieh hineingeworfen wurde. Um 1945 erfolgte eine neuerliche Absackung. Seitdem zeigt sich am Boden des Erdfalls ein schräg nach unten führender Hohlraum, an dem man deutlich die großräumigen Auswaschungen im Kalkgestein erkennen kann.
Dolinen – der Begriff leitet sich vom slowenischen Wort „dolina“ (= Tal) her – fallen oft erst bei genauerem Hinsehen auf. Baum- und Strauchgruppen, die inmitten offener Ackerflächen stehen, sind ein ziemlich wahrscheinlicher Hinweis auf eine Doline, aus der sie herauswachsen. Im Wald – wie hier – sind Erdfälle eher unscheinbar.
Die natürlichen, meist trichterförmigen Einstürze entstehen, weil die auf die Oberfläche treffenden Niederschläge in den klüftigen Kalksteinschichten versickern. Das kohlensäurehaltige Wasser [H2CO3] löst Calciumcarbonat [CaCO3] in wasserlösliches Calciumhydrogencarbonat [Ca(HCO3)2] – anders ausgedrückt, es löst Kalk aus dem Gestein. Ein Kubikmeter Wasser kann rund 150 Gramm Kalk enthalten. Die Gesteinsfugen und Gesteinsrisse werden durch Auswaschungen vergrößert. Dadurch entstehen Klüfte und unterirdische Hohlräume. Werden diese zu groß, kann die Oberfläche einbrechen und eine Doline entsteht.
Wenn eingeschwemmte Lehmpartikel den Boden des Erdfalls abdichten und dadurch das Versickern des Wassers verhindern, können sich „Tümpel“ bilden. Ein Beispiel dafür ist der „Weringer Pohl“ rund 250 Meter nördlich von Hindahls Kreuz. Nur etwa 150 Meter davon entfernt befindet sich die größte Doline dieser Gegend, die „Große Brichkuhle“. Sie weist einen Durchmesser von rund 40 Metern und eine Tiefe von bis zu 25 Metern auf. Im Vergleich dazu gehört der Erdfall hier eher zu den kleineren Erdfällen.
Das Baumhaus Neuenbeken ist teilweise an Bäumen „aufgehängt“, teilweise steht es auf Pfosten und „schwebt“ so aufgrund der Hanglage zwischen 2,50 und 7,50 Metern über dem Waldboden. Sowohl für die Außenwände als auch für die Inneneinrichtung diente Lärchenholz als Baumaterial. Aufgrund seiner Lage bietet das Baumhaus einen schönen Blick über das Beketal. Sowohl vom Innenbereich als auch von der Veranda aus können manchmal Tiere direkt in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden.
Gemäß dem Motto „In der Natur über die Natur lernen“ wurde das Baumhaus im Jahr 2008 in erster Linie für den Unterricht von Schulklassen – vorrangig aus der Grundschule – gebaut. Es bietet Originalbegegnungen in einer abwechslungsreichen Natur. Die Kinder setzen sich mit allen Sinnen forschend und lernend in der Natur mit der Natur auseinander. Sie erleben, erkunden, beobachten und untersuchen den Lebensraum Wald.
Die Beke ist ein rund 17 Kilometer langer Bach, der im Altenbekener Ortsteil Buke auf einer Höhe von 317 Metern ü. NN entspringt. Bis Altenbeken fließt sie zunächst nordwärts, wobei sie die Wässer der Max-und-Moritz-Quellen und der Bollerbornquelle aufnimmt. Dann wendet sie ihren Lauf nach Westen. Noch in Altenbeken münden der von Kempen kommende Sagebach und der am Hang des Winterbergs entspringende Kuhlbornbach in die Beke. Später nimmt sie von rechts die Durbeke, dann von links die Silberbeke aus dem Dunetal auf. Bei den letztgenannten beiden Tälern handelt es sich um für die Paderborner Hochfläche typische Trockentäler, die sehr selten – nur nach längerem Starkregen oder nach der Schneeschmelze – Wasser führen.
Im Sommer liegen auch weite Teile der Beke meistens trocken, weil das Wasser in sogenannten „Bachschwinden“ oder „Schwalglöchern“ ab etwa einem Kilometer oberhalb von Neuenbeken im klüftigen Kalksteinuntergrund versickert. Bis kurz vor Marienloh ist das Bachbett der Beke zeitweilig trocken. Durch eine kleine Quelle führt die Beke ab dort zumindest als kleines Rinnsal ganzjährig bis zu ihrer Mündung in die Lippe Wasser.
Das in den Spalten des Kalksteinuntergrunds verschwundene Wasser fließt in unterirdischen Hohlräumen nach Norden und tritt vermutlich in Bad Lippspringe in den Lippequellen wieder an die Oberfläche.
Die romanische Pfarrkirche St. Marien stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Der quadratische Westturm hat eine Höhe von 28 Metern und ist wie die Kirche aus dem örtlichen Kalkstein errichtet.
Im Chorraum sind romanische Wandmalereien erhalten. Sie zeigen die Heiligen Drei Könige mit den Hirten, Ambrosius, Gregorius, Augustinus und Hieronymus. Am Gewölbe sind Christus, die vier Evangelistenzeichen, Maria, Johannes und Abrahams Opfer dargestellt. Im Querschiff ist das Abendmahl und die Kreuzabnahme zu sehen.
Nach umfassender Renovierung erstrahlt die Kirche seit 2010 wieder in neuem Glanz.
Die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammende Uhdenhütte, benannt nach Ihrem Gründer Simon August Uhden, war von 1829 bis 1911 in Betrieb. Teilweise waren bis zu 60 Arbeitskräfte beschäftigt. Das charakteristische zehneckige Gebäude mit der gewaltigen Dachkonstruktion beherbergt die unterirdischen Reste eines Glasofens. In der inneren Seitenwand ist ein Kühlofen eingelassen, in dem das fertige Glas abkühlen konnte.
Die Uhdenhütte wurde Ende der 1980er-Jahre auf Initiative der Neuenbekener Vereine restauriert. Das aus Fachwerk errichtete alte Backhaus neben der Uhdenhütte wurde 1990 komplett restauriert.
Heute gibt es mit der Manufaktur für Glasgestaltung „glas+räume“ auch in Neuenbeken ein Unternehmen, das im weitesten Sinne die Glastradition des Ortes fortsetzt.
Mehr als zwei Kilometer vom Dorf entfernt, im „Mittelholz“, legte man im 17. Jahrhundert den Neuenbekener Pestfriedhof an. Er erinnert an die schreckliche Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). In diesen drei Dekaden hatten die Menschen nicht nur immer wieder unter plündernden und brandschatzenden Truppen zu leiden. Obendrein wütete der „Schwarze Tod“ hier in der Region und raffte so viele Menschen dahin, dass zahlreiche Ortschaften mehr als die Hälfte ihrer Bevölkerung verloren oder sogar komplett aufgegeben werden mussten. Alte Grabsteine und das 4,50 Meter hohe Kreuz erinnern an die zahlreichen Pesttoten in dieser Zeit. Das jetzige Kreuz wurde 2010 als Ersatz für das aus dem Jahr 1950 stammende und morsch gewordene aufgestellt.
In einem Fichtenwaldstück hier auf dem Mittelberg, nur rund 300 Meter von der Altenbekener Gemeindegrenze entfernt, befindet sich die höchste Erhebung Paderborns. Mit 347 Metern über dem Meeresspiegel liegt sie fast 230 Meter höher als der Domplatz in der Innenstadt. Ein „Gipfelkreuz“ (mit Gipfelbuch!) markiert die Stelle dieses höchsten Paderborner Punkts.
Der 230 Meter lange Kleine Viadukt, auch Dune-Viadukt genannt, wurde wie sein etwa drei Kilometer weiter östlich gelegener „großer Bruder“ in Altenbeken in den Jahren 1851 bis 1853 als Teil der Eisenbahnstrecke Paderborn – Altenbeken – Warburg – Kassel erbaut. Er überspannt in einer Höhe von 33 Metern mit 11 Bögen das Tal der Dune. Der Altenbekener Viadukt besitzt allerdings 24 Bögen und ist gut doppelt so lang wie der Dune-Viadukt. Die Eisenbahnstrecke von Paderborn nach Warburg wurde im Juli 1853 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. eröffnet, der auch beim Dune-Viadukt aus seinem Salonwagen ausstieg, um das Bauwerk auf einer eigens dazu errichteten Terrasse in Augenschein zu nehmen.
Im Februar 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde der Dune-Viadukt – wie auch der Altenbekener – durch Bombentreffer schwer beschädigt, da die Eisenbahnlinie eine wichtige Nachschubroute an die Westfront für das Dritte Reich war. Die Betonummantelung um den achten Stützpfeiler des Kleinen Viadukts zeugt noch heute davon.
Um breitere Ladungen über den Viadukt transportieren zu können, wurden 1950 die mächtigen Sandsteinbrüstungen entfernt und durch Eisengeländer ersetzt. Als man 1970 wegen der zunehmend größer werdenden Transportlasten die Viaduktplatte aus Beton fertigte, „entsorgte“ man etliche schwere Sandsteinquader rechts und links in die Hänge des Viadukts. Einige davon wurden anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Viadukts im Jahr 2003 geborgen und sind nun beim zum Viadukt hin gelegenen Parkplatz gelagert. Dort sind außerdem zwei Rundbögen zu sehen: Einer ist in alter Mauertechnik aus Sandstein gefertigt, der andere aus neuzeitlichem Kalksandstein errichtet.
Umgeben von Eschen und Kastanien steht das 1886 von Bernhard Hindahl gestiftete und nach ihm benannte Kreuz. Es erinnert an den Tod eines jungen Mädchens vom nahe gelegenen Dumberghof. Im unteren Schaft des Kreuzes ist eine Muttergottes dargestellt.
Das nördlich gelegene Waldgebiet trägt auf der zwischen 1830 und 1840 erstellten preußischen Urkatasterkarte den Flurnamen „Am Großen Gott“, auf plattdeutsch “Am Grauten Guot”. Vermutlich sollte es an den „Großen Gott“ erinnern.
Deshalb bezeichnen die Neuenbekener Hindahls Kreuz häufig als „Eisernen Herrgott“. Das verwendete Eisen stammt wahrscheinlich aus Altenbeken, wo es im 19. Jahrhundert eine Eisenverhüttung gab.
Rund 250 Meter nördlich von hier liegt der „Weringer Pohl“, eine Nassdoline, rechts am Weg. Noch etwa 150 Meter weiter befindet sich links die „Große Brichkuhle“. Mit einem Durchmesser von rund 40 Metern und einer Tiefe von bis zu 25 Metern ist sie die größte Doline dieser Gegend.
Vom knapp 290 Meter hohen Aussichtspunkt Papenberg eröffnet sich ein weiter Blick in westliche Richtung. Im Vordergrund ist Neuenbeken, auf der Höhe dahinter Benhausen zu sehen.
Bei genauem Hinschauen lässt sich sogar der Verlauf des sogenannten „Benhauser Bogens“ ausmachen: Die Bahnstrecke zwischen Paderborn und Altenbeken führt in einem großen Halbkreis nördlich um Benhausen herum, bevor sie kurz vor Neuenbeken die Landstraße 755 kreuzt und anschließend südlich des Beketals in Richtung Kleiner Viadukt verläuft.
Dann folgt die Paderborner Kernstadt mit dem 92 Meter hohen Domturm. Nordwestlich erkennt man Bad Lippspringe, Schlangen und im Hintergrund den Truppenübungsplatz Senne.
Fast 200 Meter beträgt der Niveauunterschied zwischen der Paderborner Innenstadt und dem Aussichtspunkt Papenberg. Er spiegelt die Neigung der im Untergrund liegenden schräg gestellten Gesteinsschichten der Paderborner Hochfläche wider, die rund fünf Kilometer weiter östlich von hier – vor dem Eggegebirge – bis auf fast 400 Meter ansteigen. Ihr Untergrund besteht aus mächtigen, wasserlöslichen Kalkstein- und Mergelschichten, abgelagert in einem Meer vor rund 130 Millionen Jahren.
Zu den Naturphänomenen dieser Gegend gehören daher die Bachschwinden, die das fließende Wasser in Spalten des Kalkgesteins versickern lassen. So tritt das bei Neuenbeken versinkende Wasser der Beke beispielsweise nach einem mehrtägigen unterirdischen Weg in den Lippequellen in Bad Lippspringe wieder an die Erdoberfläche.
Die Paderborner Hochfläche weist – wie von dieser Stelle aus gut zu sehen ist – ein hohes Windkraftpotential auf. Daher gehört sie zu den Regionen mit der größten Dichte von Windkraftanlagen im deutschen Binnenland.